Veröffentlicht von Admin am 15.11.2019

In der vergangenen Saison hat unsere Fliegergruppe einen Deutschen Meister hervorgebracht: Gerrit Illenberger gewann die Deutsche Meisterschaft im Streckensegelflug (DMSt) 2019 in der Standardklasse.

Von März bis September waren hunderte Piloten aus ganz Deutschland von den Flugplätzen ihrer Wahl gestartet, um ohne Motorleistung möglichst große Strecken abzuliefern. Die weitesten drei Flüge wurden am Ende der Saison gewertet. Gerrit absolvierte auf unserer LS 8 („N1“) mehrere Strecken über 800 km. Bei seinen Flügen führte es ihn quer durch den deutschen Luftraum, dabei oft in den Schwarzwald, über den Spessart und die Rhön hinaus bis hin zur tschechischen Grenze, und das meist in acht bis zehn Stunden Flugzeit.

Doch wie genau lassen sich solche großen Distanzen in einem einzigen Flug umsetzen? Abhängig von der Wetterlage legt der Pilot selbst eine möglichst große Strecke um mehrere Wendepunkte fest. Dabei muss er bereits vor dem Start ein präzises Bild von den meteorologischen Gegebenheiten im Fluggebiet haben. Denn für einen Flug werden nur dann volle Punkte vergeben, wenn am Abend wieder dort gelandet wird, wo morgens gestartet wurde. Wer zu hoch pokert und sich eine zu große Strecke vornimmt, muss unter Umständen „auf dem Acker“ landen. 

Gerrits Rechnung ging nicht immer auf, weshalb es ihm manchmal bei Thermikende nicht ganz bis nach Hause reichte. Er rang monatelang um die Führung in der Tabelle und lag gegen Ende des Sommers auf Platz 2. Mitte August schien sich nichts mehr an der Gesamtwertung zu ändern. Am 2. September kam aber doch noch der Tag, auf den Gerrit wochenlang gehofft hatte. Bereits Tage im Voraus zeichnete sich eine vielversprechende Kaltfront-Rückseite mit guter Thermik ab. Um eine Chance auf den Sieg zu haben, musste er mit einer für September ungewöhnlich großen Strecke ein hohes sportliches Risiko eingehen. Sein Flug führte ihn in den Vormittagsstunden zunächst nach Norden bis über die Rhön hinaus. Am ersten Wendepunkt angekommen, drehte er nach Westen und flog über den Hunsrück bis kurz vor Luxemburg. Der letzte Wegschenkel verlief über die Pfalz und den Odenwald. Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang überflog er die Ziellinie und landete wieder in Neresheim. Die Bilanz: 825 km in knapp neun Stunden rein motorloser Flugzeit (Hier geht's zum Flug). Zusammen mit den anderen Flügen ähnlicher Größenordnung, die er in den Monaten zuvor absolviert hatte, reichte dies für den Meistertitel.